JA zu Frontex – für eine starke Schweizer Wirtschaft

Kevin -  Kampagnenteam
Kevin - Kampagnenteam
20 April 2022 Tempo: 3 minuti
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Basel
Obwohl wir am 15. Mai über den Schweizer Anteil an der Frontex-Erweiterung abstimmen werden, geht es um sehr viel mehr. Es geht um die Schweizer Mitgliedschaft im Schengen-Raum. Wie immer wieder betont wird, bringt uns diese Mitgliedschaft mehr Sicherheit und mehr Freiheit. Was im aktuellen Diskurs leider oft zu kurz kommt, sind die wichtigen Vorteile, die Schengen unserer Wirtschaft bringt.

Starker Schweizer Tourismus dank einheitlichem Schengen-Visum

Frontex ist ein zentraler Pfeiler des Schengen-Vertrags und der finanzielle und personelle Ausbau eine Weiterentwicklung der Schengen-Bestimmungen. Entscheidet sich die Schweiz gegen eine Beteiligung, so wird unsere Schengen-Mitgliedschaft ganz hinfällig. Treten wir aus Schengen aus, würde unser Land zu einer Visums-Insel inmitten Europas. Touristinnen und Touristen aus wichtigen Fernmärkten, wie z.B. dem asiatischen Raum, bräuchten dann nämlich ein separates Visum, um unser schönes Land zu besuchen. Dies macht einen Halt in der Schweiz auf Europareisen viel unattraktiver, da dieser mit einem bürokratischen Mehraufwand verbunden wäre. Zum Vergleich: Heute ist das dank Schengen viel einfacher geregelt – es gibt ein einheitliches Schengen-Visum. Die Ecoplan-Studie zu den Auswirkungen eines Schengen-Austritts von 2018 rechnet mit einem Rückgang der visumpflichtigen Reisenden von 40 Prozent. Ein Wegfallen der Schweizer Schengen-Assoziierung würde die touristische Nachfrage um 530 Millionen Franken senken. Insbesondere nach der schwierigen Corona-Pandemie, welche die Schweizer Reisebranche schon stark gefordert hat, wäre das ein weiterer herber Schlag. Aus diesem Grund engagiert sich auch eine Tourismus-Allianz für ein JA am 15. Mai.

Unbürokratische und rasche Grenzübertritte für Grenzgänger - dank der Schengen-Reisefreiheit

Speziell wichtig ist die Reisefreiheit innerhalb Europas für die Grenzregionen der Schweiz. Heute pendeln rund 360'000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger regelmässig aus den Nachbarländern in die Schweiz. In der Studie von 2018 kamen die unabhängigen Experten von Ecoplan zum Schluss, dass ein Austritt aus Schengen zu mehr Staus und längeren Wartezeiten führen würde, welche Mehrkosten von 1,8 bis 3,2 Milliarden Franken verursachen. Verständlicherweise warnt Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter: «Ein Ausschluss aus Schengen hätte für die Wirtschaft und die ganze Region Basel verheerende Folgen.»

Gute Nachbarschaft mit unseren wichtigsten Handelspartnern

Die europäischen Länder bleiben mit Abstand unsere wichtigsten Handelspartner. Aufgrund der aktuell blockierten Schweizer Europapolitik steht die Wirtschaft vor grossen Handelshürden. Mit dem Austritt aus Schengen würde sich die Beziehung zwischen der EU und der Schweiz weiter verschlechtern. Das ist nicht zielführend. Markus Neuhaus, Vizepräsident des Verwaltungsrates von Barry Callebaut, möchte, dass wir auch in Zukunft vom wirtschaftlichen Austausch mit unseren Nachbarländern profitieren können: «Dank Schengen profitieren wir von offenen Grenzen, gemeinsamem Schutz und wirtschaftlichem Austausch mit unseren Nachbarländern. Das soll auch in Zukunft möglich sein.»

Für einen starken Wirtschafts- und Forschungsstandort Schweiz

Die bereits erwähnte Ecoplan-Studie kommt ausserdem zum Schluss, dass das Bruttoinlandprodukt der Schweiz ohne den Schengen-Vertrag im Jahr 2030 rund 3,7 Prozent tiefer liegen würde. Das sind bis zu 1’600 Franken weniger pro Kopf und Jahr.

«Sicherheit und Reisefreiheit tragen viel zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort bei. Der Schengen-Vertrag ist darum unverzichtbar», lässt sich beispielsweise der Präsident des Branchenverbandes der Schweizer Textil- und Bekleidungsindustrie, Carl Illi, zitieren. Caroline Forster, Co-CEO der Forster Rohner AG, bekräftigt ebenfalls wie wichtig Sicherheit im Schengenraum für einen attraktiven Wirtschaftsstandort und damit auch für Schweizer KMU ist: Die Präsidentin der Zürcher Handelskammer, Karin Lenzlinger, weist zusätzlich auf die Bedeutung von Schengen für die Forschung hin. Ohne die offenen Grenzen wäre die Schweiz auch für Forschung weniger attraktiv.

Die Gründe für diese Statements, und der vielen anderen weiter unten auf dieser Seite, leuchten ein. Unternehmer und Forscherinnen wollen, wie wir alle, eine sichere Umgebung, damit sie sich voll auf ihre Arbeit konzentrieren können. Weiter wäre es umständlich für Personen aus Drittstaaten, müssten sie jedes Mal ein Visum beantragen, wenn sie an einem Meeting oder Kongress in einem anderen europäischen Land teilnehmen.

Deshalb ist ein JA am 15. Mai nicht nur wichtig für unsere Sicherheit und Freiheit, sondern auch für einen starken und attraktiven Wirtschaftsstandort Schweiz.

Guglielmo Brentel
Präsident Zürich Tourismus

«Das Schengen-Visum ermöglicht ausländischen Gästen eine einfache Einreise nach Europa und in die Schweiz. Für unseren Tourismus ist das zentral.»

Caroline Forster
Co-CEO Forster Rohner AG, St. Gallen

«Sicherheit im Schengenraum ist für Schweizer KMU mitentscheidend und trägt viel zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort bei.»

Stephan Widrig
CEO Flughafen Zürich AG

«Dank Schengen profitieren Reisende innerhalb Europas von kurzen Wegen und wenigen Kontroll-Stopps an den Flughäfen. Diesen Vorteil wollen wir nicht verspielen. Deshalb: Ja zu Frontex/Schengen.»